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Die (un)gesunde Vagina: Wirkt sich Diskriminierung auf das vaginale Mikrobiom aus?

Juli 4, 2024 . jessie

Geschrieben von Daan Borrel

Willkommen in der wunderbaren Welt der Vagina, in der dich ein in sich geschlossenes Milieu von Bakterien, Hefen und Pilzen schützt. Die meisten Menschen wissen nur sehr wenig über die Gesundheit der Vagina. Dabei erhöht ein Mangel an bestimmten Bakterien in der Vagina das Risiko von Blasenentzündungen, Pilzinfektionen, Frühgeburten, Unfruchtbarkeit und Geschlechtskrankheiten. Derzeit untersuchen Wissenschaftler:innen weltweit, was eine gesunde Vagina ist und wie sie gesund bleibt. In diesem Beitrag bringen wir dich dazu up to date. 

Heute in Teil 5: Hat Diskriminierung Einflüsse auf das vaginale Mikrobiom?  

Du bist weder deine Vagina noch dein vaginales Mikrobiom, aber die Zusammensetzung von Bakterien macht dich mehr oder weniger anfällig für bestimmte Krankheiten. Zuvor habe ich darübergeschrieben, wie verschiedene Faktoren das vaginale Mikrobiom beeinflussen (können), z. B. der Östrogenspiegel, die Verwendung von Verhütungsmitteln, penetrativer Sex oder der Verzehr von viel Fleisch und Zucker. Ob diese Faktoren tatsächlich zu Krankheiten führen, hängt von der Person und auch von ihrem Umfeld ab. Allerdings weiß man über zweiteres noch viel weniger, weil die Forschung die Lebensumstände eines Menschen nicht berücksichtigt.  

Letztes Jahr habe ich mit der Geburtshelferin und Wissenschaftlerin Dr. Bahareh Goodarzi an einem Buch über Diskriminierung bei der Geburtshilfe gearbeitet. Schwangerschaft und Geburt sind natürlich ein ganz anderes Thema als das vaginale Mikrobiom, aber die Interviews, die wir geführt haben, haben mich etwas sehr Wichtiges über Gesundheit gelehrt: Es sind nicht nur unsere Gene oder unsere Biologie, die Unterschiede in der Gesundheit bestimmen, sondern auch gesellschaftliche Faktoren. Wenn man dies auf das vaginale Mikrobiom überträgt, könnte man argumentieren, dass auch gesellschaftliche Faktoren wie Armut, Sexismus und Rassismus (Stressverursacher!) dieses beeinflussen können.   

In einem Artikel der US-amerikanischen Zeitschrift Scientific American heißt es zum Beispiel, dass Menschen mit schwarzer Hautfarbe ein höheres Risiko für vaginale Dysbiose haben, was der wissenschaftliche Begriff für ein Ungleichgewicht im vaginalen Mikrobiom ist. Die Forschung zeigt auch, dass bakterielle Vaginose bei Menschen afrikanischer oder asiatischer Herkunft häufiger vorkommt. Die Ursachen hierfür, ob es genetische Faktoren oder der Lebensstil ist, sind jedoch unbekannt.   

In ihrem Buch “Womb” schreibt Leah Hazard außerdem, dass “schwarze Frauen und Frauen aus anderen ethnischen Minderheiten unverhältnismäßig häufig von bestimmten gynäkologischen Erkrankungen betroffen sind, von Endometriumkarzinomen bis hin zu Myomen, und es ist bekannt, dass andere Krankheiten wie Endometriose bei ihnen oft unerkannt bleiben”. Da es nur sehr wenige Studien zur reproduktiven Gesundheit gibt, die nach ethnischer Zugehörigkeit aufgeschlüsselte Daten enthalten, wird nicht wirklich deutlich, worin die Unterschiede bestehen oder worauf sie zurückzuführen sind. Glücklicherweise wurden in jüngster Zeit einige Forschungsarbeiten durchgeführt, schreibt Hazard, und erste Ergebnisse liefern eindeutige Beweise dafür, dass Aborigines, schwarze und hispanische Frauen tendenziell ein auffallend anderes Uterusmikrobiom haben als ihre weißen Kolleginnen”.   

Aber warum ist das so? Liegt es an körperlichen Unterschieden oder an Faktoren, die sich auf den Körper auswirken, auf die die Menschen selbst aber wenig oder keinen Einfluss haben? Nur wenn die Forschung auch demografische Daten wie sozioökonomische, Haushalts- und Bildungsinformationen berücksichtigt, können eindeutigere Interpretationen und Analysen darüber gemacht werden, warum dies in bestimmten Bevölkerungsgruppen häufiger vorkommt.   

Es bleibt also noch viel zu tun, und eine bessere Forschung wird wahrscheinlich auch ein anderes Bild davon vermitteln, wie wir Gesundheit und Krankheit betrachten. Etwas, das nicht nur genetisch bedingt ist, sondern auch auf Umweltfaktoren zurückzuführen ist. Und dass wir Gesundheit auch dadurch schaffen, dass wir diese Umweltfaktoren verändern und nicht nur durch medizinische Eingriffe oder Pillen.   

Nächste Woche wird der letzte Blog sein.Hoffentlich bis dahin! 

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