Mama einer Großfamilie: Marias Erfahrungen, Wünsche und Herausforderungen als Mutter von acht Kindern
Eine Ratgeberin, eine Therapeutin, eine Lehrerin, ein Vorbild.
Die meisten von uns würden wohl zustimmen, dass unsere Mütter uns zu den Menschen gemacht haben, die wir heute sind – oft, indem sie unsere Bedürfnisse über ihre eigenen gestellt haben. Doch wer passt eigentlich auf sie auf?
Am 7. April feiern wir den jährlichen Weltgesundheitstag unter dem Motto „Gesunde Anfänge, Hoffnungsvolle Zukunft“. Indem er insbesondere das Wohl von Müttern und Neugeborenen in den Mittelpunkt stellt, setzt sich der diesjährige Gesundheitstag für besseren Zugang zu Bildung und Unterstützung während und nach der Schwangerschaft ein – eine Zeit, in der Eltern und Kind sowohl körperlich als auch mental besonders verletzlich sind.
Maria, die acht Kinder in Tirol großgezogen hat, hat die Mutterschaft in all ihren Facetten erlebt. Heute teilen wir ihre inspirierende Geschichte, die Veränderungen, die sie durchgemacht hat, und ihre Wünsche für werdende Mütter.
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Wie hast du dich gefühlt, als du zum ersten Mal Mutter geworden bist, und haben sich deine Erwartungen und Vorstellungen bis hin zum 8. Kind gewandelt?
Zwei Komponenten bestimmten meine Generation (ich bin 1941 geboren) und den Einstieg ins Muttersein:
Allem voran: das Nichtaufgeklärtsein. Verhütung, Schwangerschaft und Geburt waren eher mit Tabus belegt, was auch von der katholischen Kirche unterstützt worden ist. Zum Zweiten fehlte in keinem Haushalt der Ratgeber „Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind“ von Dr. Johanna Haarer. Diese Ärztin war auch eine Vertraute von Adolf Hitler und vertrat dementsprechend in ihren rigiden Ansichten die Ideologie der Nazis. 1987 wurde die letzte Ausgabe des Buches herausgegeben, dann eingezogen und schlussendlich verboten.
Meine persönlichen Vorstellungen haben sich von der anfänglichen Unsicherheit bis hin zu einer aktiven Auseinandersetzung mit den so lebenswichtigen Themen sehr verändert. Meine Kinder sehe ich inzwischen als subtile Lehrmeister, die ich in dieser Hinsicht manchmal unterschätzt habe.
Hast du dich direkt nach deinen Schwangerschaften gut körperlich aufgeklärt gefühlt und kannst du dich noch an bestimmte medizinische Ratschläge oder Produkte erinnern, die dir empfohlen wurden?
Aufklärung bezüglich meiner Schwangerschaften, abgesehen von den sechswöchigen Kontrollen beim Frauenarzt, war sehr spärlich. Ich erinnere mich an die Empfehlung, ein Mittel zur Gebärmutterkontraktion, das üblicherweise bei Blutungen nach der Geburt oder auch im Anschluss an Fehlgeburten genommen wird, zu Hause während meiner Periode weiterzunehmen. Ebenfalls wurde mir im Krankenhaus geraten, Bauchwickel zu tragen. Dabei werden in heißes Wasser getauchte Tücher straff um den Bauch gewickelt, mit einem trockenen Verband abgedeckt und ungefähr eine Stunde getragen. Dabei sei aber anzumerken, dass ich aber generell sehr unkomplizierte Schwangerschaften hatte und mich mental und physisch relativ wohl gefühlt habe.
Wie haben sich dein Körper und dein Zyklus angepasst und gab es dabei Veränderungen, die du nicht erwartet hast?
Mein Körper hat sich durch die acht Geburten und dazwischen drei Fehlgeburten sehr verändert. Die ursprünglich zarte Konstitution hat sich im Laufe der Zeit komplett gewandelt. Becken, Bauch und auch Gesäß haben sich ausgedehnt – darüber war ich lange Zeit relativ unglücklich. Sehr erfreulich war, dass sich der Zyklus nach der 6. Schwangerschaft bis zum Beginn der Menopause, die ich mit 59 Jahren hatte, auf halbwegs regelmäßig eingependelt hat.
Wie hat deine Rolle als Mutter die Beziehung zu deinem Körper beeinflusst?
Mein Körper hat mich gelehrt und teilweise auch gezwungen, mehr auf ein gutes Körpergefühl zu achten. Das war natürlich nicht immer leicht, da ich oft am Rand meiner eigenen Kräfte gestanden habe. Aber zu meinem eigenen Wohl und zu dem meiner Kinder habe ich mich sehr bemüht, eine gute Beziehung zu meinem Körper zu wahren.
Welche Aufklärungs- und Vorsorgemöglichkeiten würdest du dir für werdende Mütter wünschen?
Ich wünsche mir vor allem bestmögliche Aufklärungs- und Vorsorgemöglichkeiten, besonders für Frauen und Mütter in seelischer und körperlicher Not, wobei auch nicht finanziell gespart werden darf. Dazu zählen vor allem der Erhalt und der Ausbau von Frauenhäusern.
Die Teilnahme und Einbeziehung der werdenden Väter ist ein weiterer wichtiger Punkt, auf den man keinesfalls vergessen darf.
Schlussendlich würde ich mir mehr Solidarität unter den Frauen wünschen, auch wenn sich jemand aktiv gegen eine Mutterschaft entscheidet. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir uns mit unseren Erfahrungen auch gegenseitige Unterstützung bieten können.
Trotz der vielfältigen Herausforderungen, die eine Mutterschaft mit sich bringt, und so manchem Lebensbruch kann ich auf ein erfülltes Leben zurückschauen.