Sprechen wir über Adenomyose!
Was ist Adenomyose?
Adenomyose ist eine chronische gynäkologische Erkrankung, bei der Endometriumgewebe (die Gebärmutterschleimhaut) in die Muskelwand der Gebärmutter einwächst. Fachleute unterscheiden in der Regel zwischen einer lokalisierten Adenomyose, die häufig mit Myomen (Fibromen) assoziiert ist, und einer diffusen Form, die die gesamte Gebärmutter betrifft.
Während des Menstruationszyklus verhält sich das versprengte Endometriumgewebe ähnlich wie normales Gewebe: Es verdickt sich, zerfällt und blutet. Da dieses Gewebe jedoch in der Muskulatur eingeschlossen ist, kann es den Körper nicht wie gewöhnlich verlassen. Infolgedessen kann sich die Gebärmutter vergrößern, was zu schmerzhaften und verlängerten Menstruationsblutungen führt.
Welche Symptome treten bei Adenomyose auf?
Neben verstärkten Menstruationsschmerzen kann Adenomyose chronische Schmerzen im Becken- und Bauchbereich verursachen, die sich beim Geschlechtsverkehr verschlimmern können. Viele Betroffene erleben zudem eine retrograde Menstruation, bei der Menstruationsblut rückwärts durch die Eileiter in die Bauchhöhle fließt. Dieser Rückfluss kann die Eizellwanderung beeinträchtigen und die Schleimhautverhältnisse verändern, was zu Fruchtbarkeitsproblemen und einem erhöhten Risiko für Fehlgeburten führen kann.
Wie entsteht die Erkrankung?
Die genaue Ursache der Adenomyose ist bisher nicht bekannt, jedoch wurden mehrere Theorien vorgeschlagen:
- Störung der Junctional Zone
Die sogenannte „Junctional Zone“ ist die Grenzschicht zwischen der Gebärmutterschleimhaut und der Muskulatur der Gebärmutter. Wird diese Zone gestört, können Schleimhautzellen in die Muskulatur eindringen und dort unkontrolliert wachsen.
- Uterine Kontraktionen
Eine weitere Theorie geht davon aus, dass starke Kontraktionen der Gebärmutter feine Risse oder Spalten zwischen der Schleimhaut und der Muskulatur erzeugen können. Als Reaktion darauf produziert der Körper möglicherweise vermehrt Östrogen, was das Wachstum und die Einnistung des versprengten Gewebes begünstigt.
Welche Risikofaktoren gibt es?
Auch wenn die genauen Ursachen unklar sind, gibt es mehrere Faktoren, die das Risiko für die Entwicklung einer Adenomyose erhöhen können:
- Mehrfache Schwangerschaften
- Fortgeschrittenes Alter
- Kurze Menstruationszyklen
- Uterusoperationen oder -eingriffe (z. B. Kaiserschnitt)
- Früher Beginn der Menstruation
- Übergewicht
Was ist der Unterschied zwischen Adenomyose und Endometriose?
Da sie ähnliche Symptome verursachen, wird Adenomyose manchmal mit Endometriose verwechselt oder in einen Zusammenhang gebracht. Aus molekularer und epigenetischer Sicht handelt es sich jedoch um unterschiedliche chronische Erkrankungen.
Bei der Endometriose wächst endometriumähnliches Gewebe außerhalb der Gebärmutter z. B. an den Eierstöcken, Eileitern, der Blase oder dem Darm.
Die Adenomyose hingegen tritt innerhalb der Muskelwand der Gebärmutter auf.
Obwohl sie verschieden sind, können beide Erkrankungen gleichzeitig vorkommen, denn etwa 22 % der Betroffenen leiden an beiden Krankheiten.
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Und für eine Zusammenfassung von Endometriose Symptomen, Krankheitsbild und Therapiemöglichkeiten, schau dir unseren letzten Blogpost an!