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Wir stellen vor: Nanoah (They/Them)

März 19, 2024 . jessie

“Ich mache Menstruation inklusiver, indem ich das Bewusstsein für Geschlechtervielfalt im Bereich der Menstruationsgesundheit schaffe.”

Nanoah Struik beschreibt sich selbst als kreative Pädagogin und Aktivistin. Indem Nanoah als Podcasterin, Rednerin, Beraterin und Autorin tätig ist, schafft sie Bewusstsein für Geschlechtervielfalt in diversen Bereichen. Trans- und nichtbinäre Menschen werden oft vergessen, und die geschlechtsspezifische Sprache rund um Menstruation schließt sie noch weiter aus. Nanoah möchte mehr Platz für die LGBTQIA+ Community in der Diskussion machen. Nanoah teilt die Komplexität der Menstruation aus einer nicht-binären Perspektive mit uns und ihre Erfahrungen mit Geschlechtsdysphorie.   

Was kommt dir als Erstes in den Sinn, wenn du das Wort Menstruation hörst?

Für mich ist Menstruation einerseits sehr faktisch, andererseits sehr emotional. Ich denke daran, wie ich mich gefühlt habe, als ich noch menstruierte. Damals schon passte menstruieren nicht zu meiner Geschlechtsidentität, und das war ein Kampf. Heute, weil ich nicht mehr menstruiere, betrachte ich Menstruation mehr als ein abstraktes Konzept: einen wiederkehrenden Zyklus alle 28 Tage, losgelöst von meiner persönlichen Erfahrung.

Wie hast du dich während der Menstruation gefühlt?

Ich bekam meine erste Blutung mit 11 Jahren, ich erinnere mich noch sehr gut daran. Ich fühlte mich körperlich krank davon, aber auch verwirrt. Nicht, weil ich nichts über die Menstruation wusste, ich wusste eigentlich ziemlich viel darüber, aber es war mir unangenehm. Meine Mutter sagte: “Jetzt bist du eine Frau!”, aber ich fühlte mich seltsam. Ich hatte mich damals schon nicht wirklich mit dem Frau-Sein identifiziert. Jeden Monat, wenn meine Tage zurückkamen, wurde ich an den Satz erinnert, “jetzt bist du eine Frau”, und das fühlte sich erdrückend an. Es gab mir das Gefühl, dass Frau-Sein Menstruation und Menstruation Frau-Sein bedeutete.

Kannst du uns von deiner Erfahrung mit Geschlechtsdysphorie erzählen und wie das zur Entfernung deiner Gebärmutter geführt hat?

Dieses Gefühl blieb bei mir, dass ich mich nicht als Frau fühlte. Als ich älter wurde, lernte ich, wie es hieß: Geschlechtsdysphorie. Für mich bedeutete Geschlechtsdysphorie, dass menstruieren nicht zu meiner Geschlechtsidentität, oder der Art und Weise passte, wie ich mein Geschlecht persönlich erlebe. Es ist ein breites Spektrum, und Menschen erleben es unterschiedlich. Ich identifiziere mich als nicht-binär, was bedeutet, dass ich mich nicht als Frau oder Mann fühle, ich bin einfach ein Mensch. Menstruation passte nicht zu meiner Identität und verursachte mir viel Schmerz, sowohl physisch als auch emotional. Vor zwei Jahren habe ich mich entschieden, meine Gebärmutter entfernen zu lassen. Ohne meine Diagnose Geschlechtsdysphorie hätte ich diese Operation nicht durchführen lassen können, also in diesem Sinne hatte ich “Glück”. Ohne Diagnose ist es äußerst schwierig, geschlechtsangleichende Operationen oder Behandlungen zu erhalten, und viele Ärztinnen vertrauen nicht darauf, dass junge Menschen diese Wahl selbst treffen können. Natürlich ist es eine sehr große Entscheidung, wie jede Operation, aber mir viel sie leicht. Für mich war der größte Kampf zu menstruieren.

Welchen Einfluss hat geschlechtsspezifische Sprache rund um Menstruation auf dich und das Thema Menstruationsinklusivität?

NS: Aufgrund der Art und Weise, wie unsere Gesellschaft denkt, verwenden wir viel geschlechtsspezifische Sprache, wenn wir über Menstruation sprechen. Als ich noch menstruierte, fühlte ich mich dabei sehr unwohl, und eigentlich ist das auch heute noch der Fall. Wir sprechen über Menstruation als etwas, das nur Frauen betrifft, was bedeutet, dass wir automatisch annehmen, dass nur Frauen menstruieren. Aber das ist nicht wahr. Es gibt viele Menschen, die menstruieren und sich nicht als Frau identifizieren. Geschlechtsspezifische Sprache schließt diese Menschen aus. Es ist wichtig, dass wir inklusiver werden und akzeptieren, dass Menstruation nicht nur ein “Frauending” ist. Es geht um Körper, nicht um Frau/Mann. Menstruation ist ein Teil des menschlichen Körpers, und wir sollten es normalisieren, darüber sprechen, und es loslösen von einem Geschlecht.

Was inspiriert dich in deiner Arbeit?

Was mich am meisten dazu inspiriert, die Arbeit zu tun, die ich mache, ist der Zustand der Welt – haha, und die Art und Weise, wie Menschen in 2024 noch denken. Da ich vom Land komme, habe ich viel Verschlossenheit erlebt. Ich möchte niemanden von dort über einen Kamm scheren, aber jetzt, wo ich in der Stadt lebe, gibt es einen großen Unterschied in der Einstellung. Ich habe einen kleineren Bruder und ich möchte, dass er in einer besseren und offeneren Welt aufwächst. Er ist neun, er ist Feminist und der größte queer Verbündete, den ich je getroffen habe. Ich möchte, dass er offen über alles sprechen kann, seine eigenen Erfahrungen machen kann, aber auch dass er andere so behandelt, wie er selbst behandelt werden will.

Wie können wir Menstruation inklusiver gestalten?

Um Menstruation inklusiver zu gestalten, ist es entscheidend, die Vielfalt der menstruierenden Personen anzuerkennen. Dazu gehören beispielsweise Transmänner, die menstruieren und öffentliche Toiletten nutzen. Oft fehlen in diesen Toilettenkabinen Mülleimer, was es menstruierenden Personen unmöglich macht, Menstruationsprodukte adäquat zu wechseln und zu entsorgen. Diese Überlegung wird häufig außer Acht gelassen. Es ist daher wichtig, die Grundbedürfnisse aller Geschlechter in sanitären Anlagen zu berücksichtigen und entsprechende Vorkehrungen zu treffen. Weiters sollte die auf Frauen fokussierte Sprache rund um Menstruation überdacht werden. Die Kennzeichnung von Menstruationsprodukten in öffentlichen Bereichen, wie Supermärkten, muss sich ebenfalls ändern, um inklusiver zu sein. Marken, insbesondere jene, die Menstruationsprodukte herstellen, können durch den Einsatz einer inklusiven Sprache einen Beitrag leisten. Aber auch jede:r einzelne kann im eigenen Alltag zur Inklusivität beitragen, indem die Sprachnutzung bewusst angepasst wird. Durch das Bereitstellen von Menstruationsprodukten und Mülleimern in Toiletten, unabhängig vom Geschlecht, bei der Arbeit, in der Schule oder zu Hause, können wir aktiv dazu beitragen, Menstruation für alle inklusiver zu gestalten. Diese kleinen Anpassungen können einen wesentlichen Unterschied machen.

Welche Herausforderungen begegnest du in deiner Arbeit zur Förderung einer inklusiven Menstruation?

Meine größte Herausforderung ist, dass ich mich momentan nicht wohl fühle, über Menstruation zu sprechen. Als nichtbinäre Person, die nicht mehr menstruiert, weiß ich nicht, welchen Platz ich einnehmen kann. Ich menstruiere zwar nicht mehr, habe es aber zehn Jahre lang getan. Ich weiß nicht, wie viel Raum ich beanspruchen kann, aber das liegt auch daran, wie die Gesellschaft Menstruation als geschlechtsspezifisches Thema behandelt. Würde über Menstruation als etwas gesprochen werden, das alle Geschlechter betrifft, könnte ich leichter darüber sprechen. Ich versuche daher noch immer, meinen Platz in der Menstruationsgemeinschaft zu finden.

Als ich noch menstruierte, engagierte ich mich stark für die Geschlechtervielfalt. Doch bemerke ich, dass selbst in Trans-, Nichtbinären oder Queer-Gemeinschaften – Orten, wo ein offener Austausch möglich ist und keine Tabus herrschen – das Thema Menstruation oft zu kurz kommt. Das muss sich auch ändern! Als Personen, die Queer, Transgender oder Nichtbinär sind, haben wir ein Anrecht darauf, an dieser Diskussion teilzunehmen.

Du möchtest mehr über Nanoahs Arbeit erfahren? Folge Nanoah unter @nanoahh oder besuche die Website https://www.nanoahstruik.com/

Nanoahs Arbeit und Erfahrungen zeigen uns die Notwendigkeit einer inklusiveren Sprache rund um Menstruation. Du kannst helfen, einen sicheren Raum für Inklusivität zu schaffen, indem du das Gespräch mit den Menschen um dich herum beginnst. Unabhängig davon, wie sich jemand identifiziert, ist das Tabu rund um Menstruation limitierend, und wir sollten alle frei sein, darüber zu sprechen.

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